Montag, 28. Oktober 2019

Aufforstung von Gedenkbäumen unter Polizeischutz

Heute begann man im Auftrag der Zwickauer Stadtspitze mit der Aufforstung der "Gedenkbäume" für die mutmaßlichen Opfer des sogenannten "NSU". Bis nächste Woche sollen dann insgesamt zehn neue Gedenkbäume das Zwickauer Schwanenteichgelände schmücken. Warum dies unter Polizeischutz geschehen muss, gab heute vielen verwunderten Spaziergängern, die das schöne nachmittagliche Herbstwetter am Schwanenteich genossen, Rätsel auf.
Für die mehrheitlich nicht autochthonen Opfer der "Dönermord-Serie" entschied man sich im Zwickauer Rathaus übrigens für die Pflanzung urdeutscher Eichen, was anscheinend eine Geste posthumer Integrationsbemühungen symbolisieren soll. Ob dies im Einklang mit der erst am letzten Donnerstag beschlossenen Neugestaltung der städtischen Vegetation im Hinblick auf die Klimafolgenanpassung steht, werden demnächst dem Wunsch der Zwickauer Stadtspitze zufolge externe Experten zu entscheiden haben.
Ebenso zwiespältig zeigt sich die Zwickauer Stadtspitze im Umgang mit der Thematik der sogenannten "NSU"-Morde auch insgesamt. Während Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß (SPD) sich seit 2011 immer wieder über den angeblichen "Imageschaden" beklagt, den die Stadt Zwickau ihrer Meinung nach durch diese dubiose Mordserie erlitten haben soll, und die Stadt Zwickau sogar auf Kosten des Steuerzahlers eine Immobilie in der Frühlingsstraße erwarb, nur um diese abzureißen und auf diese Weise die vermutete Entstehung eines sogenannten "Wallfahrtsortes" zu verhindern, lässt man andererseits wiederum keine Gelegenheit aus, das Thema selbst erneut immer wieder aufzuwärmen und für die eigenen politischen Zielsetzungen zu instrumentalisieren.
Am kommenden Wochenende soll dann der neue Wallfahrtsort zur Zelebrierung der "deutschen Schuld" planmäßig mit einer feierlichen Zeremonie eröffnet werden.

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